3nach9 vom 26.10.2018

„…Achtung! Wir haben noch 10 Sekunden, alle bereit machen…“, denn dann startet die Aufzeichnung der Talkshow 3nach9. Dieses Mal war ich nicht „nur“ als Fotografin für euch vor Ort, sondern habe die komplette Sendung im Publikum gesessen.

Aber Moment mal! Die Sendung wird aufgezeichnet? Ist sie gar nicht live? Naja, so halb. 3nach9 ist ebenso wie z.B. die NDR-Talkshow eine Live-On-Tape-Sendung, das bedeutet nichts anderes, als dass sie unter ähnlichen oder gleichen Bedingungen wie eine Livesendung aufgezeichnet, jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt ausgestrahlt wird. Eine Bearbeitung findet nur in seltenen Fällen statt. Die Talkshow wird im NDR also ungeschnitten gezeigt, so wie sie auch einige Stunden zuvor aufgenommen wurde.

Die Talkrunde wurde eröffnet und der erste Gesprächsgast war Charly Hübner. (Ich saß übrigens direkt hinter ihm 😉 ) Er ist einer der bekanntesten deutschen Schauspieler und ein erfolgreicher Regisseur. Mit seiner Dokumentation über die Musikgruppe „Feine Sahne Fischfilet“ sorgte er in der Gesellschaft für viel Gesprächsstoff und als Kommissar Bukow im „Polizeiruf 110“ ist er nicht mehr wegzudenken. Seine Auszeichnungen reichen vom Grimme Preis und der Golden Kamera über den Bayrischen Fernsehpreis, bis hin zum Deutschen Comedypreis.

Am Anfang der Sendung wurden Lose gezogen, da in Bremen gerade der Freimarkt begonnen hatte. Sabine Christiansen hat das große oder eher gesagt das rote Los gezogen und damit den Hauptpreis gewonnen. Was dieser sein sollte, stellte sich erst später heraus, nachdem eine radiobremen Mitarbeiterin sich auf den Weg zum Abholen dieses Preises gemacht hatte. Es war ein Plüschtier. Wie sollte es auch anders sein?! Aber was für eines… ein überdimensional großes, regenbogenfarbenes Alpaka. Es wirkte so, als wäre es Sabine Christiansen fast ein bisschen peinlich gewesen, die verbleibende Zeit neben diesem zu sitzen. Immer wieder versuchte sie, es Giovanni di Lorenzo geschickt unterzuschieben, aber es nütze nichts. Bis zum Ende der Sendung musste sie es mit „Macron“, wie sie das Alpaka gemeinschaftlich getauft hatten, aushalten. Danach wurde es einem jungen Mädchen aus dem Publikum geschenkt.

Sabine Christiansen sprach mit Givoanni di Lorenzo handelte aber nicht nur über dieses Kuscheltier, sondern sie sprach mit Giovanni di Lorenzo auch über ihre Arbeit als UNICEF-Botschafterin und über ihre Fernsehkarriere als „tagesthemen“-Moderatorin.

 

Auch der Internet-Star Riccado Simonetti saß in der Talkrunde. Er sagte: „ Ich versuche jeden Tag, mein Leben zu einem Film zu machen.“ Seine Fans können diesen „Film“ in seiner Instagram-Story verfolgen, welche er metaphorisch mit einer Klopapierrolle verglichen hat. „Mein Job ist es, diese Klopapierrolle am Laufen zu halten.“ Seine Follower werden den gesamten Tag über mit kurzen Videos unterhalten, die die einzelnen Klopapierblätter darstellen sollen. Am Abend haben sie das Gefühl, sie wären den ganzen Tag dabei gewesen. „Wenn man jung ist, ist das Internet ein Teil deiner Realität und deswegen behandle ich auch Themen wie Mobbing und Cybermobbing.“, so Simonetti. Mobbing war schon immer ein großes Thema in seinem Leben. Schon als Kind musste er es am eigenen Leib mehrfach erfahren.

Noch tiefgründiger wurde die Talkshow durch das Gespräch mit Nova Meierhenrich. Sie sprach über den Freitod ihres Vaters, welcher viele Jahre an schwersten Depressionen litt. Eigentlich wollte sie damit nie an die Öffentlichkeit gehen, jedoch erpresste sie ein Journalist und so erfuhr es dann doch gegen ihren Willen die Welt. Meierheinrich sagte: „…wenn das jetzt alles schon mal draußen ist und wir uns da alle mit auseinandersetzen müssen, auch mit vielen Halbwahrheiten, dann soll es bitte am Ende irgendjemandem helfen oder etwas Gutes dabei rauskommen.“ Das nahm sie zum Anlass, ein Buch zu schreiben mit dem Titel „Wenn Liebe nicht reicht. Wie die Depression mir den Vater stahl“.

Als Detlef Buck mit Judith Rakers über seinen neuen Film „Wuff“  sprach, der von der Beziehung zwischen Mensch und Hund handelt, traf er bei Dunja Hayali einen wunden Punkt. Ihre Hündin Emma ist nämlich vor kurzem verstorben. Wer Dunja Hayali in den letzten Jahren im Fernsehen verfolgt hat, der weiß, dass die beiden ein Herz und eine Seele waren. Hayali sprach über ihr Buch „Haymatland“ und über ein Treffen mit dem Dalai Lama, von welchem sie ein ganz besonderes Geschenk erhalten hat.

Direkt neben Judith Rakers saß der „Stillebeobachter der Sendung“ – David Garret. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem sein Gespräch begann. Er war der letzte in der Runde und still war er ab dato weiß Gott nicht mehr, denn er packte seine Stradivari aus und spielte ein paar Auszüge seiner Lieder von seinem aktuellen Album „Unlimited“. Alle spitzen die Ohren und waren beeindruckt. Schnell überreichte Judith Rakers ihm eine goldene Schallplatte für sein neues Album. Viel Zeit blieb nicht mehr. Noch drei Minuten. Immer wieder wurden Karten mit Zeitangaben in die Höhe gehalten, sodass die Moderatoren wussten, wie lange sie noch Zeit hatten.

Die Sendung wurde abmoderiert, ein Ausblick auf die nächste gegeben und schon war sie vorbei. Zumindest für die Zuschauer, die sich die Sendung später vor dem Fernseher ansehen werden. Im Studio war die Stimmung gut und die Runde löste sich auf. Das Publikum verließ langsam die Räumlichkeiten und die Promis gingen in die „Wohnküche“, um die Sendung ausklingen zu lassen. Wer aber Glück hatte, konnte noch ein paar Sätze mit den Talkgästen wechseln und das eine oder andere Erinnerungsfoto schießen. Auch ich nutzte meine Chance und ging zu Judith Rakers. Für alle, die mit ihr sprechen oder ein Foto machen wollten, nahm sie sich genügend Zeit. Ich machte natürlich ein Erinnerungsfoto, sprach sie an und fragte nach einem möglichen Interview in näherer Zukunft, denn ich würde liebend gerne mit ihr über ihren beeindruckenden Lebenslauf, ihre durchaus sehr berührenden Dokumentationen, sowie ihre Arbeit als Journalistin sprechen. Nun heißt es abwarten und hoffen, dass ich  bald eine positive E-mail in meinem Postfach finden werde.

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