Im Interview: Gerit Kling

Seit 10 Jahren ermitteln die Polizisten des PK21 und die Mediziner des Elbkrankenhauses in Hamburg  in der Serie „Notruf Hafenkante“. Ab dem 05. Oktober 2017 startet die neue Staffel der Erfolgsserie. Bei dem Hamburger Pressetag traf ich auf Gerit Kling, die in der Serie die Ärztin Dr. Jasmin Jonas spielt.

Eine neue Staffel „Notruf Hafenkante“, worauf kann sich das Publikum besonders freuen?

Das Publikum kann sich deshalb besonders freuen, weil es, glaube ich, über sehr lange Zeit viele Figuren verfolgt hat und natürlich mit einer neuen Staffel immer wieder neue Geschichten erzählt werden. Das ist bei solchen langen Serien immer das Geheimrezept, dass der Zuschauer einfach wissen will, was passiert wieder Neues. Es hat etwas mit der Sehgewohnheit zu tun und weil man mit den Figuren mitfühlt, die Figuren kennengelernt hat und die Serie so ein Stückchen in das eigene Leben einbettet ist. Ich glaube, das ist es, worauf sich der Zuschauer am meisten freuen wird. Also, neue spannende Folgen zu erleben.

Können Sie sich noch an Ihren ersten Drehtag erinnern?

Ja, ich kann mich noch sehr gut erinnern. Ich war sehr aufgeregt, weil es vor mir ja erst eine andere Ärztin in der Serie gab, ich kam ja  erst nach der ersten Staffel hinzu. Die andere Kollegin musste verabschiedet werden und ich kam an das Set und ich weiß noch genau, dass ich sehr nervös war, weil ich ein bisschen Druck hatte und gedacht habe: Oh Gott, hoffentlich mögen  mich die Kollegen, hoffentlich können die mich annehmen. Also war ich sehr aufgeregt, obwohl ich damals eigentlich schon ein alter Hase war. Aber so etwas Neues ist immer mit Aufregung verbunden und dann war ich sehr glücklich, als der erste Drehtag vorbei war und alles so gut über die Bühne gegangen ist und ich schon von Anfang an relativ gut mit den Kollegen klar kam.

Wie viel Frau Kling steckt in Ihrer Rolle?

Eigentlich sehr viel. Es ist natürlich so, eine solche Rolle hat ja keinen historischen Wert.  Man kann jetzt nicht sagen, man dreht etwas aus dem 17. Jahrhundert, sondern es ist eine Figur aus der heutigen Zeit und ich habe natürlich meiner Figur auch meinen eigenen Stempel aufgedrückt, um sie authentisch zu machen.

Dürfen Sie selber an Ihrer Rolle mitwirken?  Inwiefern haben sie Mitspracherechte?

In gewisser Weise kann ich immer wieder auf Dinge aufmerksam machen und kann auch Kritik an vielleicht der Rollenentwicklung üben, aber ich muss mich im Großen und Ganzen dem schon oft fügen.

Wie wird sich Ihre Rolle im Laufe dieser Staffel verändern?

Das kann ich noch nicht sagen, es muss ein bisschen Überraschung bleiben.

Wie ist die Zusammenarbeit mit Ihren Kollegen?

Die ist sehr kameradschaftlich, sehr gut, voller Respekt und man freut sich, wenn man sich sieht.

Wie bereiten Sie sich auf Ihre Rolle vor? Gibt es persönliche Rituale oder gibt es Rituale am Set?

Ja, ich schreibe mir alle meine Texte in kleine Bücher. Die habe ich immer dabei, weil ich sie immer zum Lernen brauche. Während ich die Texte aufschreibe, lerne ich sie gleichzeitig. Es ist ähnlich wie in der Schule, wenn man etwas aufschreibt, dann kann man es leichter lernen, als wenn man es einfach nur stoisch auswendig lernt. Und indem ich die Texte aufschreibe, kann ich mir sie schon ein bisschen mundgerecht machen und lerne sie gleichzeitig. Während des Drehs habe ich die Texte immer in meinem Arztkittel und wenn ich dann manchmal nicht weiter weiß, dann gucke ich schnell hinein und schaue nach. Genau das ist meine Methode, mich dem Text zu nähern und vor allem diese vielen Medizintexte permanent parat zu haben.

Was und wie viel haben Sie während der Dreharbeiten über Medizin gelernt?

Eine ganze Menge! Ich muss ja sehr viele medizinische Texte sagen und  dabei viel erklären. Welcher Knochenbruch ist wie medizinisch zu begründen oder warum hat der eine Mensch Atemnot, der andere im Koma liegt und vieles mehr.  Da habe ich mir ein umfangreiches Resümee angeeignet.

Sie haben schon des Öfteren eine Ärztin in einer Serie verkörpert, unter anderem in der Serie „Die Rettungsflieger“ als Dr. Maren Maibach und jetzt als Dr. Jasmin Jonas in „Notruf Hafenkante“. Warum schlüpfen Sie immer wieder in  die Rolle der Ärztin und gibt es Parallelen zwischen den beiden Serien?

Es gibt insofern Parallelen, als dass es immer wieder medizinische Fälle gibt, die sich ähnlich sind. Bei den „Rettungsfliegern“ war ich früher eine Notärztin, hier bin ich eine Aufnahmeärztin, das ist etwas anderes. Aber natürlich macht eine Aufnahmeärztin, wenn ein Patient in die Klinik eingeliefert wird,  am Anfang sicherlich die gleichen Dinge wie  eine Notärztin am Unfallort. Ich denke, da sind schon Parallelen. Aber trotzdem sind es zwei verschiedene Figuren mit unterschiedlicher Herangehensweise. Es sind ja auch zwei unterschiedliche Serien.  Bei den „Rettungsfliegern“ war der Hubschrauber sicherlich im Fokus. Es hat sich alles um ihn gedreht und er war sicherlich in gewisser Weise die Hauptrolle. In der Serie „Notruf Hafenkante“ haben wir Polizisten und  Ärzte, hier haben wir die Patienten und die Täter. Es ist ein großer Kreis von Menschen, die hier bedient werden.

Wenn Sie Ihren Beruf jetzt noch einmal neu wählen müssten, könnten Sie sich vorstellen, Ärztin zu werden?

Ja, der Medizinerberuf  ist ein interessanter Beruf. Er hat vor allem einen großen Sinn. Ich finde es toll, Menschen zu helfen, Menschen zu retten. Ich würde es, glaube ich, toll finden, wenn ich so einen Beruf hätte. Andererseits bin ich Schauspielerin und in meinem Beruf mache ich ganz viele verschiedene Sachen. Ich spiele Theater, führe Regie, halte Lesungen,  ich drehe viele Filme und  ich drehe „Notruf Hafenkante“. Diese Palette und diese Bandbreite  ermöglicht mir vielleicht kaum ein anderer Beruf. Deswegen würde ich mich wahrscheinlich immer wieder für den Beruf der Schauspielerin entscheiden.

 

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